Corona - ein Endzeit-Rollenspiel

2021-01-02

Das SARS-Corona-Virus führt offenbar zu Verhaltensweisen auf allen gesellschaftlichen Ebenen, die sich von der Realität entkoppeln und ganz eigenen Regeln folgen. Das Verhalten der Akteure hat verblüffende Ähnlichkeit mit einem ‚Life Action Role Play (LARP), sozusagen mit dessen dunkler Seite der Macht.

Man fragt sich ja, was passiert da eigentlich gerade? Wann genau ist uns aufgefallen, dass wir alle einmal sterben werden? Sind die Pocken wieder ausgebrochen? Wird uns die Corona-Impfung unsterblich machen? Wird uns eine Weltregierung retten? Ich komme mir vor wie in einem gigantischen Live Action Rollenspiel. Dabei nehmen die Spieler unterschiedliche Rollen ein und versuchen, im Rahmen von Spielregeln, Punkte zu sammeln oder Ziele zu erreichen.

Bekannte Rollenspiele heißen zum Beispiel „Das Schwarze Auge“ oder „Dungeons and Dragons“, in denen es eher romantisch zugeht. Es gibt aber auch gruselige Varianten wie „Die Werwölfe von Düsterwald“. Die Spielregeln können dabei durchaus fantastisch sein und fiktive Welten erschaffen, in denen die uns bekannten Naturgesetze nicht mehr gelten, wo schreckliche Monster und Dämonen unterwegs sind, oder wo man über magische Fähigkeiten verfügt.

Und in so einem Rollenspiel befinden wir uns. Es heißt epidemische Lage von nationaler Tragweite und spielt sich ganz offenbar nicht in der Realität, sondern in einer Gedankenwelt ab.Die Spielregel besagt, dass ein neuartiges Virus das Leben aller Menschen bedroht. Überall könnten sich Schwaden krankmachender Miasmen in der Luft befinden. Gegen diese unsichtbaren Aerosole helfen sogenannte Alltagsmasken. Die Spielteilnehmer müssen sich gegenseitig misstrauen, denn jeder könnte ein heimlicher Überträger des todbringenden Virus sein.

Spieler in der Rolle von Politikern müssen sich als Bekämpfer des todbringenden Virus profilieren. Unterstützt werden sie von Mitspielern in der Rolle von Wissenschaftlern. Diese haben die Aufgabe zu beschreiben, was das Virus als nächstes tun wird. Die Politiker müssen aber nicht auf die Wissenschaftler hören und dürfen machen, was sie wollen.

Die große Spielergruppe, die die Rolle des Volkes übernommen hat, muss versuchen, mit den Maßnahmen der Politiker möglichst gut zurecht zu kommen. Die Spielregeln sehen bisher aber nicht vor, wie das Volk Punkte bekommen oder gewinnen kann. Das gilt auch für die Journalisten-Darsteller. Sie müssen laut Spielregel dem Volk Angst vor dem Virus machen. Sie dürfen dafür die Wissenschaftler befragen, aber auch ganz neue Sachen erfinden.

Nun lautet eine goldene Regel bei Rollenspielen, dass man stets zwischen der Welt des Spiels und der Realität unterscheiden muss. Sonst wird es unter Umständen gefährlich.

Eigentlich wissen wir, es gibt im Jahr 2020 keine höhere Sterblichkeit als in den Jahren zuvor, es sterben nicht mehr Menschen als früher – aber wir sollen jetzt  auf tägliche Todeszahlen starren. Man tut so, als ginge plötzlich der Sensenmann um, und Schuld sei das Virus.

Eigentlich wissen wir, dass es unsere Alten sind, die wir schützen müssen. Und dass man ein Virus aus der Corona-Familie nicht einfach mal ausrotten kann. Aber in der Vorstellungswelt unseres Rollenspiels sollen wir gegen das Virus kämpfen und es besiegen. Dazu seien totale Kraftanstrengungen notwendig und alle müssten Opfer bringen. Wenn erst der Sieg über das Virus errungen sei, käme wieder eine bessere Zeit.

Eigentlich wissen wir, dass es nicht gegen das Virus hilft, wenn man Produktion und Handel, Sport und Kultur, Vereinsleben und Familien durch sogenannte Lockdowns lahmlegt. Aber in der Vorstellungswelt dieses Rollenspiels sollen wir bereit sein, alles kaputt zu schlagen, um irgendwie auch das Virus zu treffen. Andernfalls drohten uns Tod und Elend.

Der Blick auf die Länder dieser Welt, deren Bürger man wirklich in Not, in Elend und Tod durch Wirtschafts-Lockdowns stürzt, wird beim Katastrophen-Rollenspiel allerdings vermieden, das würde nur stören. Unbeachtet bleiben Tausende von ruinierten Existenzen, bleiben Depression, Hoffnungslosigkeit, verlorene Schul- und Ausbildungsjahre, verunsicherte oder zerstörte soziale Beziehungen, Krankheit, Verzweiflung und Suizid.

Und dann gibt es noch jene, die am Rande des Spiels stehen – nicht  als Mitspieler, sondern als Organisatoren und Helfer – die uns das Spiel erklären und die Rahmenhandlung präsentieren. Zum Beispiel eine neue Weltordnung, die in letzter Zeit beschworen wird, zum Beispiel in Davos oder von der EU-Kommission. Dafür sei das Virus eine tolle Chance, und alle sollen mitmachen. Damit das Spiel weitergeht.

Wenn Sie das aber nicht wollen  - dann spielen Sie einfach nicht mehr mit! Steigen Sie aus. Widmen Sie sich der besseren Alternative: der Realität. Richten Sie sich nach den Tatsachen. Haben Sie den Mut, Ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.

Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr!

Titelbild:  Ralf Hüls, Sascha Rathjen; Creative Commons