Welche Werte und Regeln vermitteln Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit?

Zwei Engelfiguren flüstern

Von Michael H. Mayer    2020-07-17

Eine zunehmende Zahl von Menschen in Stuttgart hält es offenbar nicht mehr für selbstverständlich, sich an die normalen Regeln des Zusammenlebens bei uns zu halten, und bringt dies durch bewusste Regelverstöße und gewalttätige Angriffe gegen Ordnungskräfte zum Ausdruck. Auch darin zeigen sich die Folgen missverstandener Multikulturalität. Zu Recht wird die Frage gestellt, was bei der Integration von Fremden in unser Gemeinwesen falsch gelaufen ist - und vor allem: immer noch falsch läuft.

Sicherheit und Freiheit in einer Gemeinschaft können nicht durch den Einsatz von Ordnungskräften allein geschaffen und erhalten werden. Sie sind nur möglich, wenn die Bürger von sich aus die Regeln des Zusammenlebens einhalten, die diese Gemeinschaft sich selbst gegeben hat. Wäre eine kritische Anzahl von Menschen dazu nicht bereit, führte dies entweder zur völligen Überforderung staatlicher Ordnungskräfte oder zum Verlust der Freiheit für Alle.

Wesentliche Aufgabe der Integrationsarbeit in Stuttgart ist es also, Fremden aus anderen Kulturkreisen die Werte und Regeln unserer Kultur zu vermitteln; ihnen aber auch klar zu machen, dass Verstöße gegen diese Werte und Regeln den Widerstand der Einheimischen hervorrufen und nicht geduldet werden.

In Stuttgart engagieren sich viele Ehrenamtliche, nicht selten selbst Migranten, für die Integration von Fremden. Da die behandelten Themen (unter anderem Kinder, Schule, Sprache, Erziehungsfragen, Behörden usw.) entscheidend dafür sind, ob Menschen aus anderen Kulturkreisen eine erfolgreiche und befriedigende Integration in die deutsche Gesellschaft und Kultur gelingt, spielen die Ehrenamtlichen einerseits eine wichtige Rolle als Vorbilder. Andererseits könnte die Versuchung groß sein, bei den unerfahrenen Klienten im Rahmen der Beratung für kulturelle oder politische Vorstellungen zu werben, die gerade nicht der Integration dienen, sondern vielmehr die Segregation in Parallel- und Gegengesellschaften mit unverträglichen Werten und Rechtsvorstellungen fördern.

Ich halte es daher für dringend geboten, bei der Qualitätssicherung der Integrationsarbeit auch von allen Ehrenamtlichen ein klares Bekenntnis zu unserer freiheitlichen, demokratischen und rechtsstaatlichen Ordnung zu fordern.

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