Corona: Raus aus der Schockstarre!

Von Kai-Philip Goller    2020-05-06

Wenigstens Stuttgart muss jetzt handeln! Ämter und Behörden müssen den Betrieb vollständig aufnehmen, Anträge und Vorgänge bearbeiten: Tausende Stuttgarter warten seit Wochen hilflos auf Entscheidungen und Ergebnisse, Urkunden und Kraftfahrzeugzulassungen. Die Polizei muss im Sinne der Bürger mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand vorgehen: Wenn ein Spaziergang mit Angehörigen oder gar ein Besuch am Sterbebett als ordnungswidrig bestraft würden, während (zu Recht!) Demonstrationen und religiöse Anlässe mit Hunderten Besuchern stattfinden, ginge das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren. Kitas und Schulen müssen Betreuung und Unterricht fortsetzen: Eine weiter anhaltende Sperre würde einer Generation von Schülern ein Lebensjahr nehmen, und Deutschland einen Jahrgang von Absolventen.

Vor genau zwei Monaten hat man im Bundestag den Appell der AfD zu Masken, Tests und Grenzschließung gegen die Corona-Pandemie verlacht und ignoriert. Nur wenig später haben dieselben Politiker genau diese Maßnahmen umgesetzt – und zusätzlich Kontaktsperre und Betriebsverbote erlassen, deren katastrophale Folgen längst berechenbar und real sind. Die Ausbreitung des Virus nimmt dagegen seit Wochen stetig ab.

Wenn die Therapie mehr Schaden anrichtet als die Krankheit, darf man sie nicht fortsetzen. Die Stadt muss alle Möglichkeiten nutzen, um ihre Bürger bei der Rückkehr zur Normalität zu unterstützen!

Dieser Beitrag erscheint auch im Amtsblatt der Stadt Stuttgart.

Foto: Heidebiber, Bad Düben Kurpark (Ausschnitt); bei Wikipedia, Creative Common CC BY-SA 4.0