Nicht das Klima muss gerettet werden, sondern die Unternehmen in Stuttgart

Von Frank Ebel   2020-03-24

Nach der Pandemie wird man, wenn es so weitergeht wie bisher, die Geschäftswelt in Stuttgart nicht wiedererkennen. Die Restaurantketten „Vapiano“ und „Maredo“ sind bereits insolvent.

Kleine Betriebe werden in kurzer Zeit die Miete und andere Fixkosten nicht mehr zahlen können. Da reicht es nicht, Helikoptergeld an potentielle Konsumenten zu verteilen, es ist nötig, der Angebotsseite unserer Marktwirtschaft, den Produzenten zu helfen. Die bereits entstandenen Umsatzverluste sind nicht wieder aufzuholen, aber die Unternehmen müssen die Pandemie überleben können.

Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, sie zu schützen. Sie versorgen die Bevölkerung, sie bieten Arbeitsplätze, sie zahlen Steuern.

Für sie muss Stuttgart jetzt die Millionen umwidmen, die bisher wenig zielführend gegen den Klimawandel ausgeschüttet werden sollten (Klimapaket). Dieses Geld wird benötigt, um massenhafte Insolvenzen zu verhindern. Über die Landeshauptstadt hinaus sind die im Stadtrat vertretenen Parteien aufgefordert, in ihren Bundesgremien für entsprechende Beschlüsse des Bundestags zu sorgen, zum Beispiel Steuererlass und Schuldenmoratorien für kleine und mittlere Unternehmen. In den Nullzinszeiten ist dies finanzierbar. Rückzahlungen müssen so langfristig sein, dass sie tragbar bleiben. „Vapiano“ und „Maredo“ kommen nicht mehr zurück – sorgen wir dafür, das nicht die anderen ihrem Weg in den Untergang folgen.

Beitrag im Stuttgarter Amtsblatt

Bild: 'Black smartphone on brown wooden table'; Creative Commons bei Pikrepo .