Wie soll es mit dem Opernhaus weitergehen?

Von Christian Köhler

Wer die Zukunft der Stuttgarter Oper ins Auge fasst, hat die Qual der Wahl. Eine nur notdürftige Sanierung im Rahmen des Bestandsschutzes ist zwar die bei Weitem sparsamste Variante, kommt aber schon unter dem Gesichtspunkt der schlechten Arbeitsbedingungen, die derzeit dort für alle Mitarbeiter herrschen, kaum in Frage. Und Stuttgart wäre auch für neue Techniken der Inszenierungsgestaltung abgehängt.

Ein kompletter Neubau an anderer Stelle steht vor dem Problem, die alte Oper trotzdem mit vielen Millionen zumindest soweit sanieren zu müssen, dass deren weitere Nutzung sichergestellt werden kann. Beide Gebäude zusammen kämen dann in der Summe auf immens hohe Baukosten. Der Zusatznutzen einer dann nur eingeschränkt nutzbaren alten Oper hält sich jedoch sehr in Grenzen. Vom Standortproblem einer neugebauten Oper, beispielsweise inmitten wenig schöner Zweckbauten am Nordbahnhofgelände, einmal abgesehen.

Sinnvoller und günstiger erscheint daher nur die konsequente Ertüchtigung des 1912 erbauten Operngebäudes von innen heraus und mit erstklassigen Zusatzbauten, um Stuttgart ein „State of the Art“ bespielbares Gebäude im alten Gewand zur Verfügung zu stellen.

„Das muss es uns Wert sein“ hört man oft, wenn es um Lieblingskulturförderprojekte geht. Wir unterstützen jedoch eine möglichst intelligente Kostendeckelung des Gesamtprojekts, denn eine Opernsanierung „um jeden Preis“ wäre der falsche Weg.

Dieser Beitrag ist am 21.11.2019 im Stuttgarter Amtsblatt erschienen.
Foto: pixel.fabian, Creative Commons

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