Wäre Wilhelm I Kommunist gewesen, hätten sie ihn dann nicht verhüllt?

2022-05-29

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat in Stuttgart ein Denkmal verhüllen lassen und verbindet damit die Botschaft, die Deutschen sollten voller Schuld und Scham auf die Geschichte des Kaiserreichs zurückblicken. Als Argument dient dieses Mal, da gerade en vogue, der Kolonialismus.

Eigentlich wäre es Aufgabe des ZdK, zur Verkündung des Glaubens, zur Evangelisierung und Heiligung beizutragen.

Aber die christliche Religion wird anscheinend auch unter Katholiken allmählich durch ein Religionssurrogat ersetzt, das vor allem den Glauben an die Wahrhaftigkeit und Unfehlbarkeit der in Deutschland herrschenden politisch-medialen Klasse verkündet. Konsequenterweise wird dabei der Kampf gegen die Feinde des Glaubens umfunktioniert zum Kampf gegen Rechts, und als Häretiker gelten schon lang nicht mehr diejenigen, die religiösen Glaubensgrundsätzen widersprechen, sondern jene, die Zweifel äußern an den Prophezeiungen der Klimaapokalyptiker, den Verheißungen der EU-Prediger oder den Heilsversprechen globalistischer Milliardäre.

Die Umdeutung der Geschichte, der Zwang zu angeblicher politischer Korrektheit, die Manipulation der Sprache, die Zerstörung kultureller und nationaler Identität gehören zum bewährten Handwerkszeug von Leuten, die an Stelle unserer freiheitlichen und demokratischen Ordnung ein totalitäres System errichten wollen.

Der marxistische Philosoph Antonio Gramsci sah den Kampf um die ideologische Deutungshoheit etwa geschichtlicher Ereignisse als zentrale Aufgabe für die Linke, um bei der Errichtung des Kommunismus Erfolg haben zu können. Der deutsche Philosoph Herbert Marcuse forderte das Erringen gesellschaftlicher Schlüsselpositionen zur Durchsetzung der sozialistischen Utopie. Rückblickend muss man konstatieren: Der lange Marsch der Linken durch die Institutionen war viel erfolgreicher, als mancher Konservative auch in der katholischen Kirche befürchtete.

Darüber müsste sich die Mehrheit der Katholiken viel mehr Sorgen machen als über das Kaiserreich.

Bild: MSeses, Wikipedia, CC 3.0 (Ausschnitt, bearbeitet)